"Irgendwann passte alles zusammen"

29.04.2009 | Stuttgart
Marion Bartoli schaffte es in ihrer Tenniskarriere bereits auf Platz neun der WTA-Weltrangliste

2007 erreichte sie sogar das Finale von Wimbledon, nachdem sie die damalige Nummer 1, Justine Henin, im Halbfinale bezwungen hatte. Doch mit Tennis begann sie eigentlich nur aus Langeweile. Die 24-jährige Französin, die 2005 mit Anna-Lena Grönefeld den Doppeltitel in Pattaya holte, wollte nie Profi werden. Sie war gut in der Schule. Der Erfolg auf dem Platz kam, weil sie die Herausforderung mag. In der Schule musste sie sich nicht groß anstrengen, das Lernen fiel ihr leicht, doch sie hatte das Gefühl, dass etwas fehlt - Tennis füllte die Lücke. Insbesondere weil einige behaupteten, dass sie im Sport nie gut sein würde.

"In der Schule war ich in allen Fächern wirklich gut", sagt sie. "Gut, vielleicht übertreibt man manchmal ein wenig. Aber Sie sollten meine Noten sehen. Ich hatte 19 von 20 möglichen Punkten in Mathematik und 18 von 20 in Französisch. Alles war so einfach. Ich las eine Seite und konnte sie auswendig. Das war ein Geschenk, über das ich sehr glücklich war, denn das gab mir die Zeit, mich auf den Tennissport zu konzentrieren. Jeder sagte mir, dass es besser für mich wäre, mit der Schule weiterzumachen, mit einem Studium und nicht mit dem Sport, weil ich dafür nicht das nötige Niveau hätte. Aber genau das war es, was mich motiviert hat, was mich herausgefordert hat. Ich sagte mir: Okay, in der Schule klappt alles und vielleicht ist das zu einfach. Ich liebe die Herausforderung. Also ihr denkt, dass ich das mit Tennis nicht schaffe? Ich werde es euch beweisen!"

Wenn sie letztlich aber doch keine so gute Tennisspielerin geworden wäre, was hätte sie studiert, was würde eine so kluge Frau heute tun?

"Eine schwierige Frage", erwidert sie nachdenklich. "Ich war nie darauf fixiert, um alles in der Welt Tennisprofi zu werden. Vielmehr dachte ich mir: Okay, du probierst jetzt, als Junior die US Open oder irgendeinen anderen Grand Slam zu gewinnen. Und dann klappte das. Danach wurde ich Profi und sagte mir wieder: Okay, nun versuchst du ein ITF-Turnier zu gewinnen - und ich gewann. Man setzt sich Ziele und erreicht sie. Aber ich habe nie gesagt: Von dem und dem Tag an ist Tennis dein Job." Ihr Sieg beim Junior-Turnier der US Open 2001, als sie Svetlana Kuznetsova im Finale bezwang, führte dazu, dass ihr Vater Dr. Walter Bartoli seinen Job aufgab, um von nun an seine Tochter zu trainieren. Das Jahr beendete Marion Bartoli schließlich als Nummer drei der Junior-Weltrangliste. Alles wurde immer besser und besser. Sie wurde zu einer konstanten Top-20-Spielerin.

"Man braucht Zeit, um Ziele zu verwirklichen und ein kompletter Spieler zu werden. Vor allem weil ich sehr spät zum Tennis und auf die Tour kam. Ich brauchte Zeit, um mich an die Topspielerinnen und ihr Spiel anzupassen, um physisch fit zu sein und auf dem hohen Niveau mitzuhalten. Aber alles passte irgendwann zusammen. Meine Konstitution wurde besser und ich wurde zuversichtlicher. Und letztlich kommt es genau darauf an: Du gewinnst, weil du zuversichtlich bist, und du wirst zuversichtlich, wenn du gewinnst. Das ist ein Kreislauf."

Doch Marion Bartoli ist nicht nur intelligent und schlägt die besten Tennisspielerinnen der Welt. Sie hat auch Talent zu malen. Für sie ist es eine wunderbare Art, sich vom Stress auf dem Platz zu erholen. Und in der Schweiz, wo sie lebt, findet sie viel Inspiration. "Ich mache Öl- und Aquarellmalerei - nur so zum Spaß", sagt sie. "Auf der Tour kann ich allerdings kaum malen, denn die Ölfarben benötigen mindestens zehn Tage zum Trocknen. Wir sind aber immer nur sieben Tage am gleichen Ort. Und wenn man Papier darüber legt, um es zu transportieren, bleibt das Papier kleben. Mit der Aquarellmalerei ist es ähnlich. Es ist schwierig, die Sachen mit auf die Tour zu nehmen. Am liebsten malt sie zuhause in Genf. Dort gibt es Berge und Seen, immer wieder andere Schattenspiele und im Winter mal Sonne, mal nicht."

Zu kaufen gibt es ihre Bilder nicht. Noch nicht. "Ich kann mich einfach von keinem Bild trennen", sagt sie. Zuhause hat sie deshalb zwei Schlafzimmer. In einem schläft sie, im anderen bewahrt sie ihre Bilder auf.

Quelle: Pressemeldung Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG

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