"Olympia 2012 ist mein Traum"
Neben zwei Finalteilnahmen in Halle/Westfalen konnte sich Nicolas Kiefer bereits 1999 in die Siegerliste des deutschen ATP-Rasentennisturniers eintragen und in der Zwischenzeit hat er sportliche Höhen und Tiefen durchleben müssen. Eben auch lange verletzungsbedingte Pausen und folglich versucht der Rekordhalter der Gerry Weber Open bei seiner 14. Teilnahme an bessere Zeiten anzuknüpfen. Dazu gehört neben einer rechtzeitigen Vorbereitung auch unmittelbar nach seinem Eintreffen in Halle ein Pressegespräch.
Bei einer gemeinsamen Trainingsstunde mit Sportjournalisten verschiedener Tageszeitungen und einem anschließenden Mediengespräch gab er einen persönlichen Einblick in sein individuelles Trainingsprogramm. Dabei sprach er über seine persönliche Verbundenheit zu den Gerry Weber Open, die Tenniszukunft, die für ihn im Fokus der Olympischen Sommerspiele in London 2012 liegt und über das bevorstehende Vaterwerden.
Herr Kiefer, im Laufe Ihrer Karriere haben Sie weltweit viele Tennisturniere kennengelernt. Was ist das besondere an den Gerry Weber Open? Und wie ist das persönliche Verhältnis zum Turnierinitiator Gerhard Weber und dem Turnierdirektor Ralf Weber?
Gerhard und Ralf Weber kenne ich schon seit 15 Jahren. Damals wurde ich sogar noch von Gerhard Weber betreut, gemanagt und zu einem ambitionierten Tennisprofi herangeführt. Wir haben in all den Jahren ein sehr enges und gutes Verhältnis aufbauen können. Bereits in meiner Jugend hat mir Gerhard Weber gesagt, dass man nie zufrieden sein sollte mit dem Erreichten. Er hat mir bereits in früheren Jahren zu verstehen gegeben, dass Stillstand Rückschritt sei.
Sie sagen, dass Sie von Gerhard Weber gemanagt wurden. Hat Sie diese Zusammenarbeit gestärkt und was bedeutet Ihnen diese?
Die Herren Weber haben alles kontinuierlich aufgebaut. Anfangs wurden Sie für die Rasenidee zu den Gerry Weber Open belächelt und oftmals sicher auch unterschätzt. Doch mittlerweile weiß jeder, was hier geleistet worden ist, und Ralf hat dieses Turnier letztlich zur internationalen Reputation geführt. Gerhard Weber hat mir einst gesagt, dass, wenn man etwas erreichen wolle, dies jeder schaffen könne. Zudem meinte er, wo ein Wille sei, da sei auch ein Sieg. Für mich sind es zwei außergewöhnliche Menschen, zwei erfolgreiche Unternehmer, geradezu ein Paradebeispiel in unserem Tennisbusiness.
Außergewöhnlich ist auch die Gerry Weber World mit ihren vielfältigen Möglichkeiten.
Die Möglichkeiten rund um das Gerry Weber Stadion sind für uns Tennisspieler einfach super. Hier arbeitet ein hervorragend organisiertes Team. Die kurzen Wege zwischen Spiel- und Trainingsplätzen sowie das sich in unmittelbarer Nähe befindliche Hotel bieten optimale Arbeitsbedingungen. Das Gerry Weber Sportpark Hotel ist ebenso wie die gesamte Anlage klasse. Ich bin mir sicher, dass die Gerry Weber Open zu den schönsten Turnieren auf der gesamten Welt mit einer einzigartigen Anlage gehören.
Dazu gehört ebenfalls der Golf Club Teutoburger Wald. Sind Sie ein begeisterter Golfspieler?
Ja, ich liebe das Golfspielen. Auch der Golf Club ist ein Bestandteil der Gerry Weber World. Und ich versäume es nicht, in meinen freien Minuten während des Tennisturniers, den Golfplatz zu nutzen.
Sie haben eingangs erwähnt, dass Stillstand Rückschritt bedeuten kann. Wie beurteilen Sie die Situation in Halle?
Hier gibt es keine Stagnation, sondern immer wieder etwas neues. Die Herren Weber erstaunen mich immer mit ihren neuen Ideen, die sofort umgesetzt werden. So wurde zum Beispiel die Seeterrasse am Hotel erweitert, die im Übrigen ein Gefühl von Wohlfühlen vermittelt. Es fehlt leider nur die Sonne (lacht).
Wie fühlen Sie sich persönlich nach diversen verletzungsbedingten Pausen? Sie sagten stets, das Ziel ist Olympia 2012 in London. Ist das realisierbar?
Auf jeden Fall. Das wäre ein Traum für mich nochmals dabei zu sein. Aber dies wird ein langer und beschwerlicher Weg für mich werden. Ich muss derzeit "kleine Brötchen backen". Aber ich versuche ein erfolgreiches Comeback zu schaffen und dies gelingt mir nur durch viel Spielpraxis. Die Hoffnung stirbt immer zum Schluss.
Sie können nun auch Spielpraxis beim Tennis-Bundesligisten Blau-Weiss Halle sammeln. Vor geraumer Zeit wurden Sie von Teamanager Ralf Weber verpflichtet. Welches Ziel haben Sie mit den Hallern?
Ich habe mich natürlich riesig gefreut, für Halle Bundesliga spielen zu können, denn man kann hier sehr viel Selbstvertrauen sammeln. Ich habe für mindestens zwei Begegnungen zugesagt. Welche das sein werden, kann ich im Moment noch nicht sagen. Das hängt auch mit den kommenden Turnieren auf der ATP World Tour zusammen und inwieweit man als Tennisprofi freigestellt wird. Unser Ziel ist nach wie vor, in diesem Jahr deutscher Meister zu werden und ich meine, dass wir einen sehr gut besetzten und ausgeglichenen Kader haben werden.
Haben Sie Hoffnung in Wimbledon mitzuspielen?
Natürlich, wer hat das nicht. Ich habe dies erst mal eingeplant. Jedoch muss ich mich aufgrund meiner Weltranglisten-Platzierung über die Qualifikation ins Hauptfeld spielen. Es ist ein harter Weg, der mich da erwartet. Da ich aber ansonsten auf Wild Cards angewiesen bin, habe ich im Augenblick nicht viele Möglichkeiten. Vielleicht bekomme ich für das Turnier im niederländischen s'Hertogenbosch im Anschluss an Halle eine Wild Card, ansonsten schaue ich einfach nach vorne. Ich muss Matches gewinnen, dann ist sicherlich einiges leichter. Nur bin ich eben auch nur ein Mensch und keine Maschine. Da kommen schon viele Faktoren zusammen, die eine wichtige Rolle in diesem Puzzle Tennis spielen können. Und außerdem hasse ich es, zu verlieren.
Die deutschen Tennisspieler haben momentan keine überragenden Ergebnisse. Woran liegt das?
Ich weiß nicht, wie die anderen trainieren und ich kenne auch deren Karriereziele nicht. Die Rangliste spiegelt halt den aktuellen Stand wieder. Mehr kann ich dazu nicht sagen.
Sportlich arbeiten Sie hart an Ihrem Comeback. Wo bleibt das Privatleben? Auch vor dem Hintergrund, dass Sie bald Vater werden und somit ein neuer Lebensabschnitt für Sie und Ihre Freundin Anna beginnen wird. Wird es eine Tochter oder ein Sohn sein und haben Sie sich bereits auf einen Namen geeinigt?
Das wird sicherlich ein Highlight für uns beide werden. Wir freuen uns beide riesig. Aber wir werden noch nichts bekanntgeben. Dies soll vorerst unser Geheimnis bleiben. Nichtsdestotrotz gibt es eine Auswahl an Namen, aber mehr verrate ich noch nicht.
Vielen Dank
Quelle: Pressemeldung Deutscher Tennis Bund e.V. (DTB)
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